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Tonbandstimmen

Tonbandstimmen

Anhänger des Spiritismus sind davon überzeugt, “Geister zu beschwören, ihnen Fragen zu stellen und geistlose Antworten zu bekommen”, schreibt der amerikanische Aberglauben-Aufklärer James Randi in seinem “Lexikon der übersinnlichen Phänomene” lapidar. Als Resonanzgeräte für den heißen Draht ins Jenseits werden traditionell Tische, Ouija-Bretter, umgedrehte Gläser oder eben auch Tonbandgeräte hergenommen – letztere seit 1959, als der Schwede Friedrich Jürgenson im Garten seines Hauses Vogelstimmen aufnahm, beim Abspielen aber plötzlich den Satz “Friedrich, du wirst beobachtet!” zu vernehmen glaubte. “Ich spürte ein überwältigendes Verlangen, einen Kontakt mit jemand oder etwas Unbekanntem herzustellen”, erzählte Jürgenson später. Der Schwede war davon überzeugt, dass die Stimme auf dem Tonband transzendentaler Natur sei, also von “Drüben” komme. Gemeinsam mit dem in Deutschland lebenden Konstantin Raudive und dem Engländer Colin Smythe begründete Jürgenson die Tonbandstimmenforschung, eine Art Existenzphilosophie moralisch-pseudoreligiösen Inhalts. Denn wirklich brauchbare Informationen sind den größtenteils nur bruchstückhaften und sehr schwer hörbaren “Einspielungen” der modernen Spiritisten nicht zu entnehmen; die “Geister” stammeln meistens so einsilbig daher, als sei es im Jenseits etwa so spannend wie ein “Ballermann”-Urlaub im Winter. Jedenfalls wissen wir immer noch nicht, wer Jack the Ripper war oder wie Uwe Barschel starb.

“Hörst du mich in deinem dunklen Raum?”

Möglicherweise liegt das daran, dass “Tonbandstimmen” mitnichten Äußerungen von Verstorbenen oder höheren Wesen sind, sondern nur ein Phänomen unserer begrenzten und fehlbaren Sinneswahrnehmung. Experten kennen zwei Methoden der Tonbandstimmenforschung: “Die erste besteht darin, dass man das Tonbandgerät (natürlich ist auch ein Kassettenrekorder geeignet) mit einem Mikrophon verbindet und auf ,Aufnahme’ stellt. Dann stellt man eine Frage, etwa “Hörst du mich in deinem dunklen Raum?’, und lässt das Band weiterlaufen, 15, 20 oder auch mehr Sekunden. Nun spult man zurück bis zum Startpunkt und hört sich das Band an – nicht einmal, nein, mehrmals, bis zu 15-mal, denn man muss sich einhören” (zit. nach Gertler/Mattig (1992), S. 77f.). Die zweite Methode besteht darin, das Tonbandgerät an ein Radio anzuschließen und das so genannte weiße Rauschen einer nicht vergebenen Frequenz auf Mittel- oder Kurzwelle aufzunehmen und anschließend konzentriert nach “Botschaften” abzuhören.

Wer suchet, der findet

Wer suchet, der findet natürlich auch – allerdings keine Geisterstimmen. Aber was dann? Sagen wir einfach: Geräusche, die auf mindestens drei verschiedene Arten zustande kommen können:

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Konstantin Raudive – Pionier auf dem Gebiet der TK

Konstantin Raudive

Konstantin Raudive (lettisch Konstantīns Raudive; * 30. April 1909 in der Gemeinde Asūne bei Dagda, Lettland; † 2. September 1974 in Bad Krozingen) war ein lettischer Parapsychologe, Schriftsteller und Übersetzer.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Leben

2 Werke (Auswahl)

3 Literatur

4 Weblinks

5 Einzelnachweise

Leben

Raudive, aus einer katholischen Bauernfamilie, besuchte das Gymnasium Krāslava und ein Priesterseminar in Riga. Er studierte Psychologie in Paris, Madrid und Edinburgh. Er soll auch bei Carl G. Jung studiert haben.[2] Nach Aufenthalten in Italien und Finnland kehrte er 1938 nach Lettland zurück.

Er war Professor für Psychologie an der Universität Riga und vertrat unter anderem nationalsozialistisches Gedankengut.[3] Vor der Rück-Eroberung Lettlands durch die Russen 1944 floh er mit der Schriftstellerin Zenta Mauriņa über Schlesien und das Erzgebirge nach Detmold. Dort heirateten beide im Jahr 1946. Schließlich wanderten sie nach Schweden aus, wo Raudive Professor an der schwedischen Universität Uppsala wurde.[4] 1965 wurde das Ehepaar dann in Bad Krozingen wohnhaft.

Angeregt durch Friedrich Jürgenson, den er Mitte der 1960er Jahre in Schweden aufsuchte,[5] erforschte Raudive während seiner letzten zehn Lebensjahre in Deutschland das Elektronische Stimmen-Phänomen (EVP) und war auf diesem Fachgebiet führend. Mit Hilfe eines Physikers und eines Elektronikers speicherte er unter strengen Laborbedingungen etwa 72.000 „Totenstimmen“ (Raudive Voices) auf Tonband. Er veröffentlichte etliche Bücher, in denen er dieses Phänomen dokumentierte und erläuterte.[6]

Sein Nachlass (oder Teile) befindet sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach.[7]

Werke (Auswahl)

Die Memoiren des Sylvester Perkons. Bd. 1 – 3. Westheim/Ziemetshausen: Wiborada Verl., 1947 -1949

Der Chaosmensch und seine Überwindung. Memmingen/Allg.: Dietrich, 1951

Das unsichtbare Licht. Zürich: Thomas-Verl., 1956

Asche und Glut. [Aus d. lett. Ms.] ins Dt. übertr. von Zenta Maurina. Memmingen/Allgäu: Dietrich, 1961

Helligkeit und Zwielicht: die Aufzeichnungen d. Bildhauers Sylvester Perkons. [Berechtigte Übertr. aus d. Lett. von Zenta Maurina]. München: Jolis Verl. Lenz, 1966

Unhörbares wird hörbar. [Hauptwerk] nebst Stimmenbeispiele, Kommentar: Wortlaut d. Stimmen, Erklärungen d. Experimentators [u.] Stimmenbeipiele, Schallplatte. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichl, 1968 – [1969]

Überleben wir den Tod?: neue Experimente mit d. Stimmenphänomen. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichl, 1973. ISBN 3-87667-035-7

Der Fall Wellensittich: Untersuchungsbericht zur Frage d. Medialität bei sprechenden Vögeln. Zsgest. u. erg. von Annemarie Morgenthaler. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichel, c1976. ISBN 3-87667-043-8

Literatur

Zenta Mauriņa (Hrsg.): Konstantin Raudive zum Gedächtnis, Verlag Dietrich, Memmingen 1975, ISBN 3871640727 bzw. ISBN 9783871640728

Weblinks

Literatur von und über Konstantin Raudive im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Werksverzeichnis bei Google Bücher

Einzelnachweise

Maximilian Dietrich (Hrsg.): Zenta Mauriņa. Briefe aus dem Exil (1945-1951), Verlag Dietrich, Memmingen 1980, Seite 152 (Auszug)

Lars A. Fischinger: Der Blick ins Jenseits, Band 2, 2004, Seite 18 (Digitalisat)

zum Beispiel in Konstantīvs Raudive: Dzīves kultūrai. Mūsdienu cilvēka problēmas. K. Rasiņa apgāds: Rīga, 1942., (Leben für die Kultur. Probleme des heutigen Menschen, geschrieben 1938-1939) Seite 147: Nacionālsociālistiskais pasaules uzskats atbilst visdziļākajai cilvēka dabai un cilvēkā izraisa viņā dusošus spēkus, kas ved pie augstākas tikumiskas un rakstura attīstības pakāpes. Tā nacionālsociālisms, cīnoties par augstākām nacionālām vērtībām, cīnās arī par atsevišķa cilvēka rakstura vērtībām. Jo atsevišķais tautas loceklis ir vērtīgāks, jo nacionālais gods neievainojamāks. To ievērojot, kļūst saprotama arī mācība par rases tīrību. Jo tīrāka rase, jo vērtīgāks tās atsevišķais loceklis. Dabas griba ir, lai cilvēks tiektos aizvienu pēc augstākas attīstības pakāpes. Nacionālsociālisms atbalsta un nostiprina šo pašā dabā dibināto dziņu. Nacionālsociālisma mācības uzvara izskaidrojama ar to, ka tā dziļāk un pareizāk nekā iepriekšējās sociālās mācības, izpratusi cilvēka dabu gan nacionālā, gan vispārīgā nozīmē.”

Irene Mellis: Wege der Freundschaft. 32 Jahre mit Zenta Maurina, Verlag Dietrich, Memmingen 1999, ISBN 3871641324, bzw. ISBN 9783871641329

Bericht über die Raudives Zusammenarbeit mit Jürgenson

Brian Schill: Stalking Darkness, 2008, ISBN 0981541801 bzw. ISBN 9780981541808Seite 518 (Digitalisat)

Die Nachlässe und Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Bände 1-2, Deutsche Schillergesellschaft, 1999, ISBN 3929146851 bzw.

Visuelle Transkommunikation M.& J. Harsch-Fischbach 1987 C.E.R.T.Luxemburg

Das erste stellt in einer 50/100 Sekunden dauernden Zeitlupe eine junge Frau dar, die sogar lächelt und eine Bewegung mit Continue reading “Visuelle Transkommunikation M.& J. Harsch-Fischbach 1987 C.E.R.T.Luxemburg” »